Donnerstag 18. Januar 2018

Mitteilung der Europäischen Kommission zu CSR (2011)

CSR-Fahrplan der Kommission 2011 bis 2014

Aufbauend auf den Mitteilungen der Jahre 2002 und 2006 erneuerte die Europäische Kommission am 25. Oktober 2011 ihre CSR-Strategie mit der Veröffentlichung einer neuen Mitteilung unter dem Titel „Eine neue EU-Strategie (2011-14) für die soziale Verantwortung der Unternehmen“.

Die Europäische Kommission definiert CSR als "die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft".

 

"Damit die Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung in vollem Umfang gerecht werden, sollten sie auf ein Verfahren zurückgreifen können, mit dem soziale, ökologische, ethische, Menschenrechts- und Verbraucherbelange in enger Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in die Betriebsführung und in ihre Kernstrategie integriert werden. Auf diese Weise

  • soll die Schaffung gemeinsamer Werte für die Eigentümer/Aktionäre der Unternehmen sowie die übrigen  Stakeholder und die gesamte Gesellschaft optimiert werden;
  • sollen etwaige negative Auswirkungen aufgezeigt, verhindert und abgefedert werden."

 

Ziel der neuen Mitteilung ist es, das Vertrauen in die krisengeschüttelte Wirtschaft zu stärken und die Vormachtstellung der EU in Bezug auf CSR mittels eines intensiven Aktionsplans mit ca. 30 Maßnahmenvorschlägen auch weltweit weiter auszubauen. „Die Kommission erneuert ihre Anstrengungen zur CSR-Förderung jetzt, um auf mittlere und lange Sicht günstige Bedingungen für nachhaltiges Wachstum, verantwortungsvolles unternehmerisches Verhalten und die Entstehung dauerhafter Arbeitsplätze zu schaffen.“

 

Moderne Definition von CSR

Das moderne Verständnis von CSR als Prozess der „Integration von gesellschaftlichen, ökologischen, ethischen und menschenrechtsspezifischen Interessen in die allgemeine Geschäftstätigkeit in enger Einbindung interner und externer Stakeholder“ stimmt auch mit der Definition des 2009 erstellten österreichischen Unternehmensleitbildes „Erfolg mit Verantwortung“ (www.respact.at/csrleitbild)  überein.

 

Die erneuerte Definition der Kommission geht weiterhin davon aus, dass CSR auf freiwilliger Basis beruht, gibt allerdings nationalen Regierungen die Möglichkeit, unterstützende und wo notwendig, auch regulierende Maßnahmen zu setzen.

 

Aktionsplan der Kommission 2011 bis 2014

Die Kommission nimmt sich insgesamt 30 Maßnahmen vor, um CSR in der EU voranzutreiben:

  • 11 davon, um europäische und globale CSR-Zugänge in Einklang zu bringen
  • 5 davon, um CSR ins Blickfeld zu rücken und Best Practices zu verbreiten
  • 4 davon, um die Belohnung von CSR-Aktivitäten durch die Märkte zu verbessern
  • 4 davon, um das Vertrauen in die Wirtschaft zu stärken und die Offenlegung von sozialen und ökologischen Informationen durch die Unternehmen zu verbessern
  • 3 davon, um CSR stärker in Aus- und Weiterbildung sowie Forschung zu integrieren
  • 2 davon, um nationale CSR-Aktionspläne voranzutreiben und zu vergleichen
  • 1 davon, um Selbst- und Koregulierungsprozesse zu verbessern

Es folgt eine kleine Auswahl an Beispielen der Maßnahmen:

  • Die Kommission beabsichtigt, ab 2013 Multistakeholder-CSR-Plattformen in einer Reihe relevanter Wirtschaftszweige für die Unternehmen, ihre Beschäftigten und andere Stakeholder einzurichten, sowie ab dem Jahr 2012 EU-Preise zur Auszeichnung von CSR-Partnerschaften zwischen Unternehmen und Stakeholdern zu vergeben.
  • CSR soll aber nicht nur durch Preise, sondern auch durch die Märkte stärker belohnt werden: So beabsichtigt die Kommission, soziale und ökologische Erwägungen im Rahmen der 2011 vorgenommenen Überarbeitung der Vergaberichtlinien verstärkt in das öffentliche Auftragswesen einfließen zu lassen, ohne dass dadurch zusätzlicher Verwaltungsaufwand für die Vergabebehörden oder Unternehmen entsteht und ohne den Grundsatz der Auftragsvergabe an den Bieter mit dem wirtschaftlich vorteilhaftesten Angebot zu untergraben.
  • Die Bedeutung von CSR-Strategien auf nationaler und subnationaler Ebene sollen hervorheben werden. So fordert die Kommission nationale Mitgliedsstaaten dazu auf, nationale CSR-Aktionspläne zu gestalten.
  • Die Kommission fordert alle großen europäischen Unternehmen auf, sich bis 2014 zu verpflichten, zumindest eines der nachstehenden Regelwerke bei der Entwicklung ihres CSR-Konzepts zu berücksichtigen: OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, „Global Compact“ der Vereinten Nationen oder ISO-Norm 26000 zur sozialen Verantwortung.

Fazit

respACT begrüßt die Mitteilung der Europäischen Kommission. Die erneuerte Definition ermöglicht je nach Branche und Unternehmensgröße aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen auch eine differenzierte Umsetzung des CSR-Prozesses.

 

Themen wie ein nationaler Aktionsplan, die Überarbeitung der Vergaberichtlinien oder internationale Regelwerke sind auch in Österreich brandaktuell.

 

Einem gesamteuropäischen CSR-Award steht respACT positiv gegenüber. Wesentlich ist dabei allerdings die Einbeziehung bereits bestehender nationaler Awards wie z.B. des in Österreich etablierten TRIGOS (www.trigos.at).

 

 

Download

 

MITTEILUNG DER KOMMISSION: Eine neue EU-Strategie (2011-14) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR).

 

Mitteilungen aus den Jahren 2001, 2002 und 2006 finden Sie hier:

 

MITTEILUNG DER KOMMISSION: Umsetzung der Partnerschaft für Wachstum und Beschäftigung: Europa soll auf dem Gebiet der sozialen Verantwortung der Unternehmen führend werden (März 2006)

 

MITTEILUNG DER KOMMISSION betreffend die soziale Verantwortung der Unternehmen: ein Unternehmensbeitrag zur nachhaltigen Entwicklung (Juli 2002)

 

GRÜNBUCH: Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der Unternehmen (Juli 2001)

2018 © respACT
austrian business council
for sustainable development
Wiedner Hauptstraße 24/11, 1040 Wien
Telefon: +43/1/7101077-0
Fax: +43/1/7101077-19
E-Mail: office@respact.at
www.csreurope.org www.wbcsd.org www.unglobalcompact.at
http://csr-blog.at/