Montag 20. November 2017
18.11.2016

Aktuelle Entwicklungen bei der Umsetzung der Sustainable Development Goals

Erste Staaten stellen nationale Entwicklungen im Bereich der Umsetzung der Sustainable Development Goals vor.

Der aktuelle Quartalsbericht (Oktober 2016) des European Sustainable Development Networks (ESDN) beschreibt die neuesten Entwicklungen im Bereich der Umsetzung der Agenda 2030 in ausgewählten europäischen Staaten, darunter Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Montenegro, Norwegen, Schweiz.  

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind ein zentraler Bestandteil der Agenda 2030 und traten im Jänner 2016 in Kraft. Alle UN Mitgliedsstaaten bekannten sich folglich zu den 17 globalen Zielen für Nachhaltigkeit. Sie erklären sich bereit, wichtige Beiträge zum Klimaschutz, zu verantwortungsvolleren Produktionsmustern und anderen Zielen zu leisten. Im Quartalsbericht des ESDN (Oktober 2016) wird folgendes festgestellt: die Regierungen der Mitgliedsstaaten sollen die Rahmenbedingungen schaffen, damit auf die spezifischen nationalen Herausforderungen und Chancen konkret eingegangen werden kann. Verbesserungspotential für europäische Staaten liegt insbesondere in den Bereichen soziale Ungleichheit, nachhaltiger Konsum, Klimawandel und Schutz des Ökosystems, wie aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervorgeht (2016). Im Rahmen des diesjährigen High Level Political Forums (HLPF) stellten 22 Staaten (darunter 7 europäische Staaten) ihre Voluntary National Reviews (VNRs) vor und berichteten von ihren Vorgehensweisen zur Umsetzung der Agenda 2030.

 

Europäische Voluntary National Reviews

Sieben europäische Staaten (Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Montenegro, Norwegen, Schweiz) haben auf dem HLPF ihre VNRs vorgestellt. Von der Berichterstattung erwarten sich die Staaten folgende Vorteile:

  • Vorantreiben der Umsetzung der Agenda 2030
  • Steigerung politischer und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit für die SDGs
  • Größere Übereinstimmung bezüglich weiterer Vorgehensweisen innerhalb der Regierungen
  • Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene
  • Erkennen und Verstehen der zentralen Herausforderungen

Für die politische Umsetzung der Agenda 2030 gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Die Koordination erfolgt meist auf hoher politischer Ebene (Ministerial- oder Regierungsebene). Die Aufgabenbereiche verteilen sich dann auf verschiedene Ministerien, wobei dem Austausch in interministeriellen Arbeitsgruppen sowie in ExpertInnen-Räten eine wichtige Rolle zukommt. In Finnland kommt den Regionen und Gemeinden eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 zu. Auch in Deutschland und in der Schweiz wird der Dialog mit den Bundesländern beziehungsweise Kantonen gefördert. Stakeholder aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft spielen für die nationale Implementierung in allen Ländern eine wichtige Rolle.

 

Integration nationaler Nachhaltigkeitsstrategien

Für die Implementierung der Agenda 2030 und der SDGs wird entweder eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt, in deren Zentrum das Erreichen der SDGs stehen (z.B. Frankreich), oder es kommt zu einer Anpassung der bereits bestehenden nationalen Nachhaltigkeitsstrategien an die Agenda 2030 (z.B. Estland, Deutschland). Die Verknüpfung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategien mit den Zielvorstellungen der Agenda 2030 legt nahe, dass die SDGs an die landesspezifischen Herausforderungen und Chancen angepasst werden müssen. Alle Staaten prüften und analysierten die SDGs vor dem Hintergrund des nationalen Kontextes. Teilweise wurden Gap Analysen (Estland) vorgenommen, um anschließend einzelne SDGs priorisieren zu können.

 

Herausforderungen für die Umsetzung

Im Rahmen der Umsetzung erkannten die Staaten folgende Herausforderungen:

  • Steigerung politischer und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit für die SDGs
  • Entwicklung von Indikatoren
  • Agenda 2030, als neues Paradigma, muss von Politik adaptiert und in nationale Strategie implementiert werden
  • Verknüpfungen zwischen einzelnen SDGs herstellen

Insbesondere im Bereich Monitoring und Evaluation sind die Staaten gefordert, die nationalen Indikatoren an die SDGs anzupassen. In Estland wurden erste Schritte eingeleitet, inwiefern die SDGs bereits mittels der bestehenden Indikatoren messbar sind. In anderen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, werden die SDGs als Grundlage für die Erarbeitung neuer Indikatoren herangezogen.

In den meisten Ländern werden außerdem in den kommenden Jahren weitere Berichte veröffentlicht, um den Fortschritt zu dokumentieren und zu analysieren.

 

Hintergrundinformationen

High Level Political Forum (HLPF)

Das HLPF findet seit 2012 jährlich statt und widmete sich bis 2015 thematisch den Millennium Development Goals (MDGs). UN Mitgliedsstaaten und Stakeholder nutzen das Forum als Plattform für Diskussionen und Erfahrungsaustausch. Bei dem 2016 stattgefundenen HLPF stand der Übergang von den MDGs zu den SDGs im Fokus, wobei das Motto der diesjährigen Veranstaltung „Sicherstellen, dass niemand zurückgelassen wird“ war. Im Rahmen des HLPF 2016 präsentierten 22 Mitgliedsstaaten ihre Fortschrittsberichte über die nationale Umsetzung der Agenda 2030.

Dokumente:

SDGs

respACTs work on the Sustainable Development Goals

#WERwennnichtWIR

 

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