Montag 25. September 2017
30.03.2016

Sustainable Development Goal #5: Geschlechtergleichstellung

respACT stellt jedes der 17 UN Sustainable Development Goals (SDGs) vor und zeigt, wie Unternehmen zur Umsetzung beitragen können.

Bereits die Millennium Development Goals (MDGs) konnten beachtliche Erfolge für die Gleichstellung von Mann und Frau erzielen. Der Anteil der in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen tätigen Frauen an allen weiblichen Erwerbstätigen sank zwischen 1991 und 2015 um 13%. Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor. Dennoch sind sie in Entscheidungs- und Führungspositionen weiterhin stark unterrepräsentiert

Obwohl in jüngster Vergangenheit teilweise Anstiege zu verzeichnen waren, bleibt der Anteil von Frauen in den Chef-Etagen gering. Von 606 Geschäftsführungen der 200 umsatzstärksten österreichischen Unternehmen sind nur 5,9 % bzw. 36 von Frauen besetzt. Auf 196 männliche Vorstände börsennotierter Unternehmen kommen nur 12 weibliche Vorstände (5,8%). In den österreichischen Aufsichtsräten der Top 200 Unternehmen stehen 283 Frauen (16,2%) 1.468 Männern gegenüber.

 

Nach wie vor ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine häufige Hürde für den Aufstieg von Managerinnen. Die Bereitschaft vieler Männer steigt, sich an den familiären Aufgaben zu beteiligen. Die politischen Rahmenbedingungen rund um Männerkarenzmodelle sind jedoch noch nicht ausgereift. Ursula Simacek, Geschäftsleitung von Simacek Facility Management, respACT-Vereinspräsidentin und Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung Wien, appellierte vor kurzem an die Politik, Anreize für die Wirtschaft zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erwirken. Um dem Thema von Unternehmensseite zu begegnen, ist eine ehrliche Reflexion der unternehmenseigenen Werte und Praktiken zentral. Das betrifft u.a. das Handling von Überstunden, Arbeitszeitmodellen, Job-Sharing, Work-Life-Balance im Allgemeinen, Karenzmodellen für beide Geschlechter, Kinderbetreuungsinitiativen, Auslandsaufenthalten, Abendterminen, der Fokus auf Frauen im Recruiting und Talent Management Prozessen sowie den Zugang zu formellen und informellen Netzwerken.

 

Seit 2011 hat sich die österreichische Regierung dazu verpflichtet, eine Frauenquote in den Aufsichtsräten der Bundesunternehmen (d.h. mindestens 50% staatliche Beteiligung) einzuhalten. Bis Ende 2018 ist ein Frauenanteil von 35% zu erreichen. Diese Regelung betrifft 55 österreichische Unternehmen. Des Weiteren ist bei Ausschreibungsverfahren, bei gleicher Eignung, bis zu einem Frauenanteil von 45% eine weibliche Bewerberin gegenüber einem männlichen Bewerber vorzuziehen. In privatwirtschaftlichen Unternehmen sind Selbstverpflichtungen zu einer Frauenquote, wie es beispielsweise die Telekom Austria macht, im Kommen.

 

respACT ist stolz auf viele weitere herausragende Business Women und Diversity-Programme seiner Mitgliedsunternehmen. Diese sind u.a. Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank und Vizepräsidentin von respACT; Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzenden der Vienna Insurance Group (VIG), als erste Frau an der Spitze eines ATX-Unternehmens; Karin Sonnenmoser, Finanzvorstand von Zumtobel; sowie Tatjana Oppitz, Generaldirektorin von IBM Österreich. Des Weiteren kann Sodexo international beeindruckende Zahlen verzeichnen: 38% Frauenanteil im Aufsichtsrat, 43% im Vorstand und 43% bei Führungskräften.

 

Das Führungskräfteprogramm Zukunft Frauen (eine Initiative von WKO, IV und BMWFW) bestärkt den Wunsch österreichischer Frauen Verantwortung in Führungsgremien zu übernehmen, die „gläserne Decke“ über dem mittleren Management zu durchbrechen und begleitet die Teilnehmerinnen auf dem Weg zur Vorstands- und Aufsichtsratsebene. Ein weiteres wichtiges Ziel ist das Sichtbarmachen der vielen weiblichen Expertinnen wie es z.B. der Standard in seiner Berichterstattung vorzeigt. Lise Kingo, Executive Director des UN Global Compact, Leiterin der weltweit größte Nachhaltigkeitsinitiative, fordert die nationalen Netzwerke sowie die 13.000 Teilnehmerorganisationen aus 170 Ländern auf, Geschlechtergleichgewicht auf Konferenzen und Veranstaltungen zu fördern. Unter dem Motto #PanelPledge können Organisationen verkünden Penals aus rein männliche Diskussionsteilnehmern weder zu veranstalten noch daran teilzunehmen. Das BMVIT bietet unter www.femtech.at eine umfassende Datenbank an Technik-Expertinnen, die eine einfache Suche von Mentorinnen, Kooperationspartnerinnen, Vortragenden uvm. ermöglicht. Als technikaffine Business Women aus den respACT-Reihen sind z.B. Gertrude Schatzdorfer, geschäftsführende Gesellschafterin von Schatzdorfer Gerätebau und Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende und Chief Technical Officer von Infineon Technologies, zu nennen.

 

Setzt Ihr Unternehmen Maßnahmen zur Geschlechtergleichstellung? Erzählen Sie uns davon! Schreiben Sie uns ein E-Mail an d.gramer@respact.at oder kontaktieren Sie uns via Social Media: facebook.com/respact.at oder twitter.com/respACT_at

 

Ziel 5 im Detail:

 

1) Alle Formen der Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt beenden

2) Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich einschließlich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung beseitigen

3) Alle schädlichen Praktiken wie Kinderheirat, Frühverheiratung und Zwangsheirat sowie die Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen beseitigen

4) Unbezahlte Pflege- und Hausarbeit durch die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen und Infrastrukturen, Sozialschutzmaßnahmen und die Förderung geteilter Verantwortung innerhalb des Haushalts und der Familie entsprechend den nationalen Gegebenheiten anerkennen und wertschätzen

5) Die volle und wirksame Teilhabe von Frauen und ihre Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben sicherstellen

6) Den allgemeinen Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und reproduktiven Rechten gewährleisten, wie im Einklang mit dem Aktionsprogramm der Internationalen Konferenz über Bevölkerung und Entwicklung, der Aktionsplattform von Beijing und den Ergebnisdokumenten ihrer Überprüfungskonferenzen vereinbart.

a) Reformen durchführen, um Frauen die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen sowie Zugang zu Grundeigentum und zur Verfügungsgewalt über Grund und Boden und sonstige Vermögensformen, zu Finanzdienstleistungen, Erbschaften und natürlichen Ressourcen zu verschaffen, im Einklang mit den nationalen Rechtsvorschriften

b) Die Nutzung von Grundlagentechnologien, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechnologien, verbessern, um die Selbstbestimmung der Frauen zu fördern

c) Eine solide Politik und durchsetzbare Rechtsvorschriften zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Selbstbestimmung aller Frauen und Mädchen auf allen Ebenen beschließen und verstärken

Call to Earth

Astronauts Send a Message from Space to Global Leaders at #COP21

respACT-Position zum vorläufigen Entwurf des Österreichischen CSR-Aktionsplans (NAP CSR)

respACT nimmt Stellung zum vorläufigen Entwurf des "Österreichischen CSR-Aktionsplans", der den TeilnehmerInnen eines Stakeholderworkshops der beiden Ministerien BMLFUW und BMWFJ am 17. Juni 2013 vorgelegt wurde.

>>> Details

CSR und Politik in Europa

 

In diesem Video werden nationale CSR-Strategien europäischer Länder vorgestellt. (Stand Sommer 2011)

 

 

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