Donnerstag 18. Januar 2018
03.11.2015

Austausch über nachhaltiges Lieferkettenmanagement und Betriebsbesuch EGGER Holzwerkstoffe in Niederösterreich

 

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement - das stand im Fokus beim respACT - CSR Treffen von Unternehmerinnen und Unternehmern bei EGGER Holzwerkstoffe in Unterradlberg bei St. Pölten. Nach einer informativen Betriebsbesichtigung referierte Amira Zauchner von respACT über die Herausforderungen beim Aufbau eines Lieferkettenmanagements. Andreas Schrefl von EGGER sprach über die CSR Aktivitäten des Unternehmens.  Beim Biobuffet wurde im Anschluss in Kleingruppen diskutiert.

Kalt war es, am 3. November 2015, als etwa 30 interessierte UnternehmerInnen und Unternehmer das Werk Unterradlberg des in Tirol angesiedelten Familienunternehmens EGGER Holzwerkstoffe besichtigten.  Aber das tat angesichts der spannenden Ausführungen von Andreas Schrefl, Leiter der Produktion und Technik in Unterradlberg, dem Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer keinen Abbruch.
Organisiert wurde diese Veranstaltung von respACT, der Unternehmensplattform für CSR und nachhaltige Entwicklung, die gemeinsam mit Partnern regelmäßige Veranstaltungen in den Bundesländern plant. Bei der TRIGOS Gala in Niederösterreich, EGGER war für den TRIGOS in Niederösterreich 2015 nominiert, entstand die Idee, eine gemeinsame Veranstaltung zu organisieren.

EGGER Holzwerkstoffe setzt an seinen mittlerweile 17 Standorten, alle ISO 14001 zertifiziert, verschiedenste CSR Aktivitäten, ohne diesen Begriff dabei aktiv zu verwenden.

Die Nachhaltigkeit der Lieferkette zeigt sich beispielsweise beim Einkauf des Rohstoffes Holz im Umkreis von nur 150 Kilometern beim Werk in Unterradlberg. EGGER legt großen Wert darauf dass Altholz verwendet wird, etwa 30 Prozent des Rohstoffeinsatzes besteht aus Recylingmaterial. Ausschließlich stoffliches Recyling wird durchgeführt, es gibt keine Verbrennung des wertvollen Altholz.
Spannend war es zu hören, dass etwa 2/3 des österreichischen Altholzes an EGGER geht und das Unternehmen dabei als Entsorgungsfachbetrieb auftritt, also alle Metallanteile und sonstige Stoffe bei EGGER direkt getrennt und entsorgt werden. Andreas Schrefl zeigte auf, dass die Ökobilanz bei recycletem Holz sogar besser ist als bei Frischholz, weil aufwendige Trocknungsverfahren entfallen.

  EGGER Holzwerkstoffe ist also auf mehreren Stationen der Wertschöpfungskette aktiv und nachhaltig  tätig. Das Unternehmen steht auch in Kontakt mit dem BMLFUW, um im Sinne der Nachhaltigkeit die Altholzverarbeitung  bzw. das Recycling noch weiter zu optimieren.

 

Hohe Bedeutung von strategischer Ausrichtung und Impactmessung beim nachhaltigen Lieferkettenmanagement

Im EGGER Stüberl wärmten sich die Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Betriebsführung auf, einige stellten sich und ihre Aktivitäten im Supply Chain Management bei kurzen Pitches vor.

Die TeilnehmerInnen und Teilnehmer konnten bei den Ausführungen von Amira Zauchner, Projektleiterin bei respACT, mehr über die Herausforderungen beim Aufbau eines nachhaltigen Lieferkettenmanagements erfahren. Wer den Weg eines Produktes nachhaltig gestalten will, sollte schon bei der Entwicklung das Ende des Lebenszyklus mit bedenken. So können im Sinne einer Kreislaufwirtschaft die Produkte wiederverwertet oder erneut als Rohstoff genutzt werden.

 Sie sprach darüber,  wie wichtig eine gut funktionierende Lieferantenbeziehung ist. Nur so kann man gemeinsam an einer kontinuierlichen Verbesserung der Lieferkette arbeiten. Amira Zauchner ging auch auf die Bedeutung international anerkannter CSR-Leitfäden sowie Normen und Standards ein, die eine wichtige Unterstützung und Orientierung bieten. Bei der Entwicklung des nachhaltigen Lieferkettenmanagements ist eine strategische Grundausrichtung und die Definition von Zielvorgaben wichtig. Wenn Maßnahmen gesetzt werden, sollte schon vorweg die beabsichtigte Wirkung, der Impact, beachtet werden.

 

Angeregte Diskussionen und Austausch

In Kleingruppen wurde im Anschluss an die Impulsreferate über die Herausforderungen des nachhaltigen Lieferkettenmanagements bei den jeweiligen Unternehmen diskutiert.

Herbert Schlossnikl, Geschäftsführer von Vöslauer und Vorstand bei respACT war sich mit Inge Hiebl, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei hali Büromöbel und Lisa de Pasqualin von Saint-Gobain Rigips Austria darüber einig, wie wichtig die Kommunikation mit internen und externen Stakeholdern auch beim Supply Chain Management ist.  

Michael Tost von Mango Impact berichtete über seine internationalen Erfahrungen zum Thema Impactmessung beim Lieferkettenmanagement und Ursula Pritz und Michael Schützenhofer sprachen über die eigene cradle to cradle Politik bei gugler, um nur einige zu nennen.

 

Mit einem Ausblick auf weitere informative Veranstaltungen von respACT und einem Dank an den Gastgeber EGGER ging ein Vormittag des Austausches unter Gleichgesinnten zu Ende.

 
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