Donnerstag 18. Januar 2018
23.09.2015

Kleber Block & Co.

Nachlese zur Veranstaltung Nachhaltige Beschaffung im Büro

Am 23. September fand im Reitersaal der OeKB eine Veranstaltung mit Fokus auf nachhaltigen Einkauf im Büro statt. Im Anschluss an die zahlreichen Inputs von ExpertInnen zu den Themenschwerpunkten Reinigung, Büroartikel und Merchandising konnten sich die TeilnehmerInnen auf Thementischen zu verschiedenen Fragestellungen austauschen.

Grundlagen für einen nachhaltigen Büroeinkauf

Zu Beginn legte Jutta Kellner von der Initiative „Clever einkaufen“ die Grundlagen dar und gab einen Überblick über vorherrschende Gütesiegel, Normen und Standards. Für Büroartikel sind die wichtigsten Gütesiegel das Österreichische Umweltzeichen, das am häufigsten zu finden ist, der Blaue Engel in Deutschland und das Europäische Umweltzeichen auf europäischer Ebene. Diese Zeichen garantieren hohe ökologische, gesundheitliche und qualitative Anforderungen. Neben den Produkteigenschaften (Wiederverwendbarkeit, Nachfüllbarkeit, lange Nutzungsdauer etc.) ist der Mehrwert beim Kauf des Produktes ein ausschlaggebender Punkt (Kosten-Nutzen-Verhältnis, geringer Energieverbrauch etc.).

 

Organisation und Kostenstruktur

Im Anschluss definierte Jürgen Unger, Bundesbeschaffung GmbH drei Kriterien, die beim Kauf von nachhaltigem Büromaterial wichtig sind:

  1. Prozessfokus vs. Preisfokus: Nicht der Preis soll im Fokus stehen, sondern der Prozess. Mit effizient gestalteten Bestellprozessen können Mehrkosten für qualitativ hochwertige, verantwortungsvoll produzierte Produkte leicht wettgemacht werden. Die Qualität und die Gesundheit der MitarbeiterInnen stehen dabei im Fokus.
  2. Definieren von Kernprodukten: Am Markt sind Unmengen von verschiedenen Gütern verfügbar. Zielführend ist, Kernprodukte zu definieren, die in der Praxis im Büro auch tatsächlich Verwendung finden. Dadurch wird vermieden, dass unnötige Produkte gekauft werden.
  3. Intelligente Verbrauchssteuerung: Der Verbrauch von Produkten und Ressourcen soll strategisch gesteuert werden. Dazu zählen auch einfache Maßnahmen wie das doppelseitige Drucken.

Eine intelligente Einkaufsstrategie birgt ein riesiges Potential, Arbeitsvorgänge zu vereinfachen und Ressourcenverbräuche zu vermindern.

 

Umstieg auf nachhaltige Reinigungsmittel

Herr Andreas Naglseder von hollu Systemhygiene GmbH präsentierte wichtige Aspekte für einen nachhaltigen Reinigungsprozess. Wesentlich sind die Erarbeitung eines Reinigungskonzeptes und die korrekte Handhabung des Produktes. Darüber hinaus ist die Anwendung von Konzentraten zu empfehlen, da sie umweltfreundlicher und ergiebiger sind als gebrauchsfertige Reiniger. Mit Dosiersystemen können laut Herrn Naglseder Einsparungen von bis zu 40 % der Kosten erzielt werden.

 

Green Gimix – Produktdatenbank für nachhaltige Werbemittel

Herr Christian Pladerer, Green Gimix/Österreichisches Ökologie Institut, betonte die Bedeutung von Merchandising-Produkten als Botschaft des Unternehmens nach außen. Europäische Unternehmen geben jährlich rd. 6 Mrd. € für Werbeartikel aus. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach verantwortungsvoll hergestellten Werbeprodukten entwickelten das Österreichischen Ökologie-Institut und „die umweltberatung“ im Auftrag des Ministeriums für ein Lebenswertes Österreich eine Produktdatenbank und ein Schnellcheck.

 

Erfahrungswerte mit dem Österreichischen Umweltzeichen

Abschließend hielt Herr Kurt Spineth von Pilot Pen GmbH ein Plädoyer für das Österreichische Umweltzeichen und betonte, dass dieses eines der wichtigsten Gütesiegel für Produkte hierzulande darstellt. Er rief dazu auf, verantwortungsvolles Wirtschaften voranzutreiben und empfahl, sich in Netzwerken zu engagieren. Der Erfahrungsaustausch helfe dabei, Synergien besser zu nutzen.

 

Aktive Diskussion bei den Thementischen

Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die VeranstaltungsteilnehmerInnen verschiedene Fragestellungen. Es wurde aufgezeigt, dass das Committment der Unternehmensführung wichtig ist, um den nachhaltigen Einkauf von Büroartikeln zu forcieren. CSR muss dafür Teil der Unternehmenskultur sein. Auch die Bewusstseinsbildung bei MitarbeiterInnen ist von großer Bedeutung. Den MitarbeiterInnen soll klar werden, dass mit der Verwendung von nachhaltigen Produkten ein Mehrwert verbunden ist. Noch immer gibt es Vorbehalte dagegen, dass die Qualität von nachhaltigen Produkten mit konventionellen Produkten nicht mithalten kann. Diese Befürchtung ist jedoch nicht mehr zeitgemäß, da in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt wurden. Unterstützend können Anreizsysteme, zum Beispiel eine Auszeichnung für besonders nachhaltig einkaufende Abteilungen im Unternehmen, für große Effekte sorgen.

 

Ein wichtiger Faktor ist eine strategische Ausrichtung des Einkaufs und der Verteilung von Produkten. Mit dem Fokus auf Prozesse, Produkte und einer effizienten Infrastruktur können etwaige Mehrkosten für nachhaltigere Produkte rasch wettgemacht und überflüssige Bestellungen vermieden werden. Wenn die Infrastruktur bereitsteht, wie Bestellmöglichkeit entsprechender Produkte, Nachfüllstationen oder Rücknahmeboxen, wird verantwortungsvolles Handeln einfach und schnell.

Artikuliert wurde auch der Wunsch, mehr Klarheit bei den Gütesiegeln zu erhalten. Darunter fällt auch eine einfachere Struktur des Prozesses zur Erlangung eines Gütesiegels für die eigenen Produkte.

 

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier. respACT-Mitglieder finden weitere Unterlagen im Intranet.

 

 

     

 

 

 

 

 

 
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