Donnerstag 18. Januar 2018
06.07.2016

respACT-Panel bei chancen:reich

Die erste Jobmesse für geflohene Menschen

Am 29. Juni 2016 lud Ursula Simacek, respACT-Präsidentin und Geschäftsführerin von Simacek Facility Management einige spannende Podiumsgäste zum Gespräch ins Museumsquartier. respACT war außerdem mit einem Messestand vertreten, um die Zusammenarbeit von Jobsuchenden und  Unternehmen noch weiter zu verbessern.

Unternehmen berichten von positiven Erfahrungen

 

Johannes Zimmerl, Personaldirektor bei REWE International meinte „Als einer der größten Arbeitgeber des Landes sind wir immer auf der Suche nach den besten Köpfen und Menschen, die etwas bewegen möchten, ob Sie nun in Österreich aufgewachsen, als Migranten oder als Flüchtlinge zu uns gekommen sind. Immerhin beschäftigen wir aktuell bereits Mitarbeiter aus über 80 Nationen.“ Der REWE-Konzern kann auf einigen sehr positive Erfahrungen aufbauen: „Zur Zeit absolvieren in einem Pilotprojekt aus 2015 18 jugendliche Flüchtlinge eine Lehre bei uns und unseren Handelsfirmen BILLA, MERKUR und PENNY.“ Diese Menschen seien sehr arbeitsinteressiert und wollen Ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Beide Kulturen werden von unterschiedlichen Kaufgewohnheiten geprägt – so ist es für Käufer und Verkäufer von Vorteil mit multikulturellen Teams zu arbeiten.

Gottfried Struckl, Prokurist und Leiter Fachbereiche Dussmann berichtete aus der Praxis der Reinigungsbranche. Mehr als 50% der Dussmann-MitarbeiterInnen haben bereits jetzt einen Migrationshintergrund. Viele sind aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Österreich gekommen und mittlerweile gut im Betrieb integriert. Herr Strukl sieht die aktuelle Migrationswelle als Chance für das Unternehmen, da immer weniger gebürtige Österreicher bereit sind Reinigungsdienste zu übernehmen.

 

                        

 Foto: © Presse&Foto FRANZ GLEISS

 

 

Sinnvolle Zuteilung – wo werden Arbeitskräfte gebraucht?

 

"Ein wesentlicher Schritt in der Integration ist es, wenn geflüchtete Menschen möglichst rasch wieder auf eigenen Beinen stehen.“ sagte Winfried Göschl, stellvertretender Landesgeschäftsführer, Arbeitsmarktservice Wien. Bei diesem Punkt war sich das Podium einig. „Arbeit ist der Schlüsselfaktor für eine gelungene Integration“, stellte auch Margit Kreuzhuber, Migrationsbeauftragte der Wirtschaftskammer Österreich fest und wies in diesem Zusammenhang auf die Website fachkraeftepotenzial.at  hin. Die ArbeitgeberInnen bekommen hierbei umfassende Informationen rund um das Thema Beschäftigung von Flüchtlingen bereitgestellt. Im Herbst starten die Wirtschaftskammern in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds und dem Arbeitsmarktservice österreichweit einen neuen Durchgang von Mentoring für MigrantInnen (wko.at/mentoring), mit einem speziellen Schwerpunkt auf anerkannte Flüchtlinge. Kreuzhuber stellte weiters das gemeinsam mit dem AMS initiierte Pilotprojekt zur überregionalen Lehrstellenvermittlung vor. Dies bietet insbesondere jugendlichen Flüchtlingen eine berufliche Perspektive und Betrieben Zugang zu Fachkräften von morgen.

"Zwei Drittel der arbeitslos vorgemerkten Asylberechtigten sind in Wien. Das ist insofern problematisch, als hier auch der Druck auf dem Arbeitsmarkt am größten ist, während beispielsweise westösterreichische Tourismusbetriebe händeringend nach Arbeitskräften suchen." sagte Winfried Göschl, AMS Wien.

 

Helmut Maukner, Country Managing Partner EY Österreich forderte, auch mit Blick auf die demographische Entwicklung im europäischen Wirtschaftsraum, eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen. Die langwierigen Asylverfahren müssen beschleunigt werden. Das bringt Rechtssicherheit für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen. „Die erfolgreiche Integration von Menschen, die auf der Flucht nach Österreich gekommen sind und hier bleiben wollen, kann nur über eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt gelingen“ so Maukner. „Um diese Herausforderung gemeinsam zu bewältigen - und vor allem auch, um die damit verbundenen Chancen zu nutzen - braucht es einen Schulterschluss von Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Die Berufsmesse chancen:reich ist eine wichtige und positive Initiative, um die Arbeitsmarktintegration zu fördern und erleichtern. Diskussionen wie das respACT-Panel bringen wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit Jobperspektiven und Integrationsmöglichkeiten von geflohenen Menschen und helfen dabei, Chancen aufzuzeigen und dadurch Ängste abzubauen.“

 

Das Medienecho der ersten Jobmesse für geflohene Menschen - chancen:reich war groß! Wir freuen uns über den Erfolg. Hier lesen mehr davon:

derStandard.at

wirtschaftsblatt.at

 

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