Donnerstag 18. Januar 2018
27.06.2016

Wir packen’s an! #businesses4refugees

Das zweite Treffen der Arbeitsgruppe #businesses4refugees, das am 9. Juni 2016 in Kooperation mit VERBUND AG stattgefunden hat, hat sich zum Ziel gesetzt, Akteure zum Thema Corporate Volunteering im Flüchtlingsbereich zu vernetzen.

Die TeilnehmerInnen waren bunt gemischt. Manche Unternehmen bieten ihren MitarbeiterInnen seit Jahren Corporate Volunteering Projekte an, andere sind erst dabei sich zu orientieren und möchten das Thema vor allem strategisch angehen. Allgemein gilt, dass viele großartige Aktionen ohne das freiwillige Engagement motivierter Menschen nicht möglich wären. Bei der Installierung von Corporate Volunteering Programmen müssen sich Unternehmen meist einige zentrale Fragen stellen. Fokussiert auf die Zielgruppe der geflüchteten Menschen ergeben sich weitere Besonderheiten.

 

Zentrale Fragen bei der Abwicklung von Corporate Volunteering Projekten im Flüchtlingsbereich:

  • Rolle des Unternehmens?
    Das Unternehmen stellt die Rahmenbedingungen für das Engagement der MitarbeiterInnen zur Verfügung. Der Fokus der Projekte wird dabei entweder von der Geschäftsleitung vorgegeben oder auch von den MitarbeiterInnen selbst eingebracht.
  • Interesse der MitarbeiterInnen?
    Seit letztem Herbst spüren viele Corporate Volunteering ManagerInnen eine große Welle der Solidarität, die auch den Wunsch und die Euphorie mit sich bringt, selbst helfen zu wollen.
  • Inhalte von Corporate Volunteering Aktionen im Flüchtlingsbereich?
    Deutschkurse, die österreichische Arbeitswelt kennenlernen (z.B. Schnuppertage, Mentoring), sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Sport & Aktivitäten bei denen Flüchtlinge die eigene Kultur einbringen können (z.B. gemeinsam Kochen) etc.. MitarbeiterInnen können NGOs außerdem unterstützen indem sie mit ihren spezifischen Kompetenzen (in Form von pro Bono Leistungen) oder als helfende Hände anpacken, wo Hilfe notwendig ist. Beides ist gefragt. Die inhaltliche Ausrichtung orientiert sich tendenziell am Kerngeschäft des Unternehmens (z.B. Rechtsberatung, Marketingunterstützung, IT-Checks, etc.). Organisationen sind jedoch auch immer auch auf Sach- und Geldspenden angewiesen. 
  • Management – wer sollte im Projektteam sein?
    Ein klares Commitment von Vorstand bzw. Geschäftsführung ist das wichtigste! Es braucht jedenfalls eine/n Ansprechpartner/in für die MitarbeiterInnen im Unternehmen (z.B. aus der Nachhaltigkeits- oder Personalabteilung). Als sehr wertvoll werden auch Partnerorganisationen (meist NGOs) empfunden. Diese fungieren als Schnittstelle bezüglich der Anliegen der geflüchteten Personen. Oft werden Unternehmen und NGOs bei der Einführung eines solchen Corporate Volunteering Programmes von externen ExpertInnen unterstützt.
  • Corporate Volunteering als Personalentwicklungstool?
    Durch das freiwillige, persönliche Engagement eignen sich MitarbeiterInnen wertvolle Soft Skills an, die mittels konventioneller Personalentwicklungstools schwerer zu vermitteln sind. Wie von selbst entwickelt man Empathie, Solidarität, Verständnis für andere (Organisations-) Kulturen, Eigeninitiative, Improvisationsfähigkeit, Freude am helfen, Motivationssteigerung, Teambuilding usw.
  • Zeitspenden für Corporate Volunteering - Freizeit vs. Arbeitszeit?
    Meist gibt es Kontingente, z.B. können MitarbeiterInnen einen Arbeitstag pro Person pro Jahr dem Volunteering widmen oder z.B. 300 Tage pro Jahr gesamt für alle MitarbeiterInnen.

Praxisbeispiele und ExpertInneninputs

Die Gastgeber des respACT-Arbeitsgruppentreffens, Verbund-Vorstand Günther Rabensteiner und Verbund-Flüchtlingskoordinator Friedrich Vodicka, beeindrucken mit ihren Einblicken in den Großbetrieb. Hier konnten innerhalb kurzer Zeit ganz unbürokratisch zahlreiche Gebäude zur Verfügung gestellt werden. IBM Austria hat einen eigenständig organisierten Deutschkurs auf die Beine gestellt. Nur durch das freiwillige Engagement der IBM MitarbeiterInnen konnten 20 SchülerInnen sechs Monate lang begleitet werden. Pfizer Österreich hat bereits seit 2008 ein Corporate Volunteering Programm installiert. Für die Flüchtlingshilfe wurden vor allem sinnvolle Freizeitbeschäftigungen organisiert. Besonders nachgefragt wurde ein Schnupper-Tag für Pharma Jobs, der Neuankömmlingen zeigte, welche Möglichkeiten es in dieser Branche gibt.

 

Wollen Sie Corporate Volunteering in Ihrem Unternehmen strategisch einführen, empfiehlt es sich mit ExpertInnen zu kooperieren: Iris Straßer (Straßer und Straßer bzw. Verantwortung Zeigen!, is@strasser-strasser.at) initiiert seit 5 Jahren die beeindruckenden „Engagementtage“ sowie die "Nachtschicht" im Süden Österreichs und erklärte „Sozialkapital ist das, was die Gesellschaft zusammenhält.“ Stephan Kropf (Fundraising Verband; stephan.kropf@fundraising.at) bestätigte den HR-Effekt, den Corporate Volunteering auslöst. Adib Reyhani (Kooperate, office@kooperate.at) ist Experte für die Gestaltung von Lernprozessen und verwendet Volunteering-Projekte um Themen wie Leadership oder Kooperation zu trainieren. Petra Rösler, eine ebenfalls versierte Partnerin auf dem Gebiet, organisiert u.a. die „Nachtschicht“, eine Initiative zu Kompetenzspenden (zweiunddrei bzw. COVO, roesler@zweiunddrei.at).

 

Weitere spannende Initiativen zu #businesses4refugees

  • respACT-Panel bei der chancen:reich-Messe (Österreichs erster Berufsmesse für geflohene Menschen) am 29.06.2016 im Museumsquartier. Mehr hier, Anmeldung unter office@respact.at
  • Mentoringprogramm der WKÖ. Mehr hier, mentoring@wko.at
  • Verein Wirtschaft für Integration. Mehr hier, info@vwfi.at
  • Wallpapers for Refugees. Mehr hier, reinhard@herok.at
  • Präsentationsunterlagen der Inputgeber und Lernunterlagen für Deutschkurse finden respACT-Mitgliedesunternhmen im Intranet.

So geht’s weiter

Wir freuen uns schon auf die nächsten Treffen. Merken Sie sich unbedingt folgende Termine vor bzw. melden Sie sich am besten gleich unter l.weber@respact.at an.

 

3. Treffen

15. September 2016

13.15 bis 14.45 Uhr

Nachmittagssession am CSR-Tag

Ready to work?

Unternehmen und Arbeitskräfte bereiten sich vor.

Die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt benötigt eine gute Übergangs- und Vorbereitungszeit. Sprache, Qualifikation und Umgang im Arbeitsalltag - beide Seiten müssen sich aufeinander einstellen.

Details finden Sie hier.

 

Hier finden Sie alle respACT-Aktivitäten zu businesses4refugees. Hier sammelt respACT die Maßnahmen der Mitgliedsunternehmen in diesem Bereich. Möglicherweise hat sich zwischenzeitlich einiges getan und so bitte wir um Info, sollten wir Ihren Teil updaten können. Sollten Sie noch nicht vertreten sein, freuen wir uns über einen kurzen Absatz bzw. einige Eckpfeiler.

Rückfragen und Anmeldungen zum Thema #businesses4refugees richten Sie bitte an Amira Zauchner oder Lisa Weber (a.zauchner@respact.at bzw. l.weber@respact.at ).

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