Nachhaltigkeitsberichterstattung gehört noch nicht ganz zum „guten Ton“, wie in der aktuellen Folgestudie von Ernst & Young deutlich wird. Aber ebenso klar zeigt sich, dass sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat.
Die Studie „Werte schaffen. Verantwortung zeigen. Nachhaltigkeitsberichterstattung österreichischer Top-Unternehmen“ schließt nahtlos an die Ergebnisse der Studie aus dem vorangegangenem Jahr an.
Analysiert wurden dabei:
► Anzahl der erstellten Berichte,
► Integration mit dem Geschäftsbericht,
► Anwendung des Berichtsstandards nach GRI (Global Reporting Initiative) und
► die Offenlegung einer externen Verifizierung.
Dazu wurde der Markt, wie im Vorjahr, in drei Segmente geteilt:
► Top 100-Unternehmen, -Banken und –Versicherungen,
► Unternehmen des Prime Marktes und
► öffentliche Unternehmen.
Nachhaltigkeitsberichterstattung eher vorbildliches Verhalten als „Mainstream“
Im Jahr 2011 berichteten 23 % der Top-Unternehmen, -Banken und Versicherungen
(+15 %), 28 % der Prime Market Unternehmen (+ 22 %) und 44 % der öffentlichen Unternehmen (+ 7 %) über ihre nicht-finanziellen Leistungen. Somit sind in allen drei Segmenten die Anzahl der veröffentlichten Berichte gestiegen. Weltweit betrachtet ist die Nachhaltigkeitsberichterstattung in börsennotierten Unternehmen am weitesten verbreitet. Unter den 100 umsatzstärksten Unternehmen aus 34 Ländern (N100) berichten 69 % der börsennotierten Unternehmen, bei den öffentlichen Unternehmen
57 % über ihre nicht-finanziellen Leistungen.
Integrierte Berichterstattung holt auf
2010 wurden nur im Segment Top-Unternehmen, -Banken und –Versicherungen integrierte Berichte veröffentlicht. Im Jahr 2011 stieg nicht nur die Anzahl der Berichte von drei auf sechs, es wurden zudem auch in jedem Segment integrierte Berichte erstellt. Angestoßen durch die Entwicklung neuer Standards durch GRI und IIRC (International Integrated Reporting Council) wird integrierte Berichterstattung wohl auch zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen.
GRI Richtlinien weiterhin „Leading Practice“
Die Zahl der nach GRI erstellten Berichte ist, wie im Vorjahr, hoch und liegt zwischen 80 % bei den Top- Unternehmen, -Banken und –Versicherungen und 100 % im Prime Market. Im internationalen Vergleich ist die Anwendung der GRI-Richtlinie ebenfalls weit verbreitet. 80 % der G250 Unternehmen (250 größte Unternehmen weltweit lt. Fortune-Global-500-Liste) und 69 % der N100 Unternehmen berichten nach GRI.
Mehr Transparenz in den Berichten
Immer mehr Unternehmen lassen ihre Berichte durch externe Dritte verifizieren. Im Prime Market wurden 45 %, bei den öffentlichen Unternehmen 38 % und bei den Top-Unternehmen, -Banken und –Versicherungen 28 % der Berichte extern verifiziert. International lassen 46 % der G250 Unternehmen und 38 % der N100 Unternehmen ihren Bericht extern verifizieren.
Trend wird sich fortsetzen
Die Erwartungen aus dem Vorjahr, dass sich die Qualität und die Quantität der österreichischen Berichterstattung stätig erhöhen werden, haben sich erfüllt. Für die kommenden Jahre erwarten wir, dass sich diese Entwicklung fortsetzen und dem internationalen Trend zu mehr Offenlegung folgen wird. Unterstützt werden diese Entwicklungen durch die Absicht der EU, eine gesetzliche Offenlegungspflicht für nicht-finanzielle Informationen zu implementieren. Mit dem Diskussionspapier der IIRC und dem daraus resultierenden Leitfaden sowie mit der Publikation der GRI-G4-Richtlinie wird außerdem ein Trend hin zu verstärkter integrierter Berichterstattung erwartet. Unter dem Motto „Werte schaffen. Verantwortung zeigen.“ haben österreichische Unternehmen dabei weiterhin großes Entwicklungspotential.
Die vollständige Ernst & Young Studie ist unter dem Titel „Wert schaffen. Verantwortung zeigen. Nachhaltigkeitsberichterstattung österreichischer Top-Unternehmen“ unter folgendem Link verfügbar: www.ey.com/at/ccass.
Für Feedback und Rückfragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!
Kathrin Madl, Ernst & Young, Climate Change & Sustainability Services
+43 (1) 211 70 1020






