Die Anzahl an Ökolabels am Markt nimmt rasant zu, deren Wertigkeit jedoch nur bedingt. In Zukunft sollten Zertifizierungen stärker auf die ganzheitliche Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzepts eines Unternehmens fokussieren.
Heather Mak schreibt im Magazin Ethical Corporation über Ökolabels und deren Zukunft. Ihrer Ansicht nach unterscheidet man drei verschiedene Arten:
1. Standards, also Richtlinien oder Regeln, die von Unternehmen und Organisationen eingehalten werden sollten.
2. Zertifizierungen, die belegen, ob ein Unternehmen diese Standards einhält.
3. Ökolabels, die direkt auf den Verpackungen von Produkten anzeigen, ob Standards während der Herstellung eingehalten wurden.
An diesem Konzept hat sich seit rund 30 Jahren nichts geändert.
Der Wert von Labels
Bis jetzt seien Labels und Zertifizierungen ausreichend gewesen, um sich von der Masse abzuheben und Interesse bei KundInnen auszulösen, meint Mak. Mit der starken Zunahme von Ökolabels hätten viele jedoch an Wert eingebüßt. Derzeit existieren rund 400 Labels am Markt. Dieser undurchsichtige Dschungel mache es nicht nur für KonsumentInnen, sondern auch für Unternehmen schwer, die richtige Wahl beim Labelling zu treffen.
Mak meint ferner, dass es gar nicht notwendig sei, alle Produkte mit Labels oder Zertifikaten zu kennzeichnen, da der Grundgedanke eines Labels darauf aufbaue, ganzheitlich nachhaltige Organisationen oder Marktsysteme zu erschaffen. Sinnvoller sei es demnach, in Zukunft strengere (Mindest-)standards zu setzen. So könnte Nachhaltigkeit zu einem intrinsischen Wert der Mission und der Produkte von Unternehmen gemacht werden.
Die Zukunft der Ökolabels
In Zukunft sieht die Autorin andere Mechanismen die Rolle der Ökolabels übernehmen. So könnten etwa Partnerschaften oder nationale Richtlinien zahlreiche Labels und Siegel ersetzen oder zumindest ergänzend auftreten. Unternehmen könnten demnach die Popularität ihrer Marken dazu nutzen, dass Bewusstsein für nachhaltigen Konsum bei KonsumentInnen zu schärfen.
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Katrin Gaupmann
respACT