CSR in Portugal: Nachhaltige Einblicke ins südwestlichste Eck Europas

Lissabon im Juli 2010: 35 Grad externe Temperatur (jedoch gefühlte 45 Grad), gekühlte Innenräume beim BCSD Portugal (regionaler Partner des World business council for sustainable development). Nicht sehr nachhaltig möchte man meinen, jedoch wäre das andere Extrem (halb ohnmächtige MitarbeiterInnen mit Tendenz zum Hitzeschlag) wohl nicht viel besser.

Einen überdurchschnittlich großen ökologischen Fußabdruck hat Portugal im Vergleich zu anderen Ländern, wobei nicht ausschließlich die unzähligen Klimaanlagen dafür verantwortlich sind. Ein nicht sehr nachhaltiger Lebensstil mit exzessivem Fleischkonsum und unzähligen Plastikverpackungen sowie aufwendige Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft aufgrund des trockenen Klimas und eine hohe Dichte industrieller Güter prägen das südwestlichste Land Europas. Diese Entwicklung dürfte sich in den nächsten Jahren angesichts des fortschreitenden Klimawandels und des steigenden Bedarfs an Konsumgütern wohl eher verschlimmern als verbessern.

Umso wichtiger erscheint unter diesem Aspekt die Arbeit des BCSD Portugal, einer kleinen Organisation, die sich wie respACT in Österreich der Verbreitung verantwortungsvoller Unternehmensführung und Nachhaltiger Entwicklung verschrieben hat. Mit seinen rund 130 Mitgliedsunternehmen arbeitet der portugiesische Partner des WBCSD kontinuierlich an Themen wie Energie und Klima, Ökosysteme, verantwortungsvolles Wassermanagement oder die Rolle der Unternehmen in der Gesellschaft.

Seit Anfang Juli bin ich hier, um einerseits meine portugiesischen KollegInnen bei ihrer Arbeit zu unterstützen und andererseits, um Know how-Transfer zu betreiben und erfolgreiche portugiesische Projekte fit für Österreich zu machen. Und natürlich vice versa.

Es sind wertvolle Einblicke, die ich hier für meine tägliche Arbeit bei respACT mitnehme. Einblicke in eine andere (CSR-)Realität und Kultur, die einem jedoch schnell begreifbar machen, dass die Gemeinsamkeiten gegenüber den Differenzen überwiegen. Die Herausforderungen, vor denen Unternehmen in Portugal genauso wie in Österreich stehen, sind nahezu dieselben. Umso klarer wird einmal mehr, dass es globale Lösungen mit regionalen Ansätzen braucht, um wirklich etwas zu bewegen. Es motiviert zu sehen, dass an sämtlichen Ecken und Enden dieser Welt Unternehmen bereits an der Umsetzung der Vision 2050 des WBCSD arbeiten. In diesem Sinne freue ich mich bereits auf den CSR-Tag 2010, an dem wir gemeinsam mit Unternehmen, Politik und der Zivilgesellschaft an den konkreten Themen und an der Umsetzung der Vision arbeiten werden.

Bettina Steinbrugger
respACT

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